Wenn die Wohnung länger allein gelassen wird: Es gibt klare Spielregeln für Mieter und Vermieter

Haus & Grund Rheinland-Pfalz informiert

Wir sind dann mal weg: Dass Mieter länger nicht in ihrer Wohnung sind, ist keine Seltenheit – und grundsätzlich auch in Ordnung. „Aber es kann zum Problem werden, wenn die Spielregeln nicht eingehalten werden“, weiß Rechtsanwalt Ralf Schönfeld, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland-Pfalz.

Fehler machen seiner Erfahrung nach regelmäßig beide Seiten – Mieter wie Vermieter – und das meist, weil sie nicht genau wissen, was ihre Rechte und Pflichten sind. Das nötige Grundwissen und gegenseitige Rücksichtnahme helfen, Missverständnisse und ärgerliche juristische Streitereien zu vermeiden.

So glauben beispielsweise viele Mieter, es gehe den Vermieter nichts an, wenn sie wegen Urlaub, Kur, Auslandssemester oder Krankenhausaufenthalt wochen- oder sogar monatelang nicht zu Hause sind. Der Grund muss tatsächlich nicht mitgeteilt werden, laut BGH aber zumindest, wo im Fall der Fälle ein Schlüssel hinterlegt ist. Es reicht dazu völlig, wenn etwa der Hausmeister Bescheid weiß.

Der Eigentümer wiederum darf nicht verlangen, dass ihm selbst ein Schlüssel für den Notfall übergeben wird. „Aber wenn Sie Ihrem Vermieter vertrauen, ist das durchaus eine vernünftige Möglichkeit“, sagt Schönfeld. Der Schlüssel könne ja in einem versiegelten Umschlag hinterlegt werden. So lässt sich sicherstellen, dass er nicht unbemerkt ohne gerechtfertigten Grund benutzt wird.

Übrigens: Selbst wenn ein Mieter seine Pflichten verletzt, darf der Vermieter die Wohnung nicht einfach betreten. Die Gerichte stecken da ganz enge Grenzen. Der Zutritt ist nur dann erlaubt, wenn Gefahr im Verzug ist, beispielsweise durch einen Wasserschaden. Allerdings kann der Vermieter unter Umständen Schadenersatz verlangen und Mieter abmahnen oder sogar kündigen, die ihrer so genannten Obhutspflicht nicht nachkommen.

Diese Obhutspflicht umfasst unter anderem:

  • dafür zu sorgen, dass jemand den Schlüssel hat, der sich regelmäßig um die Wohnung kümmert – allein schon um vorhersehbare Schäden (etwa durch eingefrorene Wasserleitungen oder Schimmel durch fehlendes Lüften) zu vermeiden.
  • den Vermieter, den Verwalter oder einen Hausmeister mindestens darüber zu informieren, wo der Schlüssel hinterlegt ist.
  • sicherzustellen, dass man trotz längerer Abwesenheit grundsätzlich erreichbar ist, etwa durch einen Nachsendeantrag oder die Benennung eines Bevollmächtigten.

Weitere vertraglich vereinbarte Mieter-Pflichten bleiben natürlich bei (auch längerer) Abwesenheit bestehen. Miete und die Betriebskostenvorauszahlung müssen gezahlt, möglicherweise auch Winterdienst und/oder Treppenhausreinigung erledigt werden. „Aber hier lässt sich für den Mieter mit seinem Vermieter oft eine vernünftige Regelung finden.

Ist das nicht möglich, kommt auch in Betracht, mit einem Nachbarn zu tauschen oder jemanden zu beauftragen“, erklärt Schönfeld. Umgekehrt hat der Vermieter grundsätzlich das Recht, die versäumten Arbeiten auf Kosten des Mieters in Auftrag zu geben – und muss dafür nicht unbedingt ein Gericht bemühen.

Im Streitfall Hilfe in Anspruch nehmen

Probleme mit länger abwesenden Mietern? Haus & Grund Rheinland-Pfalz warnt betroffene Eigentümer davor, die Sache einfach selbst in die Hand zu nehmen. Weitere Schritte sollten besser mit einem Fachmann besprochen werden. Besonders praktisch in diesem Zusammenhang: Mitglieder von Haus & Grund erhalten eine kostenlose juristische Erstberatung bei ihrem Ortsverein.

Hier geht es zur Übersicht der Ortsvereine von Haus & Grund Rheinland-Pfalz

 

 

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