Einwohnerzahlen, Wohnungsbedarf und mehr: Leerstandsrisiko-Rechner aktualisiert

Service der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz auch für Eigentümer und Vermieter interessant.

Symbolbild Bevölkerungsentwicklung: Belebter Straßenzug mit Menschen. Häusern und AußengastronomieIllustration: scusi / AdobeStock

Wo werden mehr Kindergärtenplätze oder Plätze in Seniorenheimen benötigt? Wie ist der Bedarf an altengerechten Wohnungen? Und wie wird sich die Bevölkerungszahl in meiner Gemeinde entwickeln? Diese Fragen sind nur schwer zu beantworten und einigermaßen begründete Schätzungen Mangelware. Ändern soll das seit 2016 der Leerstandsrisiko-Rechner der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz. Er wurde nun aktualisiert, ist online kostenlos abrufbar und liefert einige Zahlen, die auch für private Eigentümer von Interesse sind.

Vorausberechnungen als Basis für die Prognose

Als wissenschaftliche Grundlage für die Berechnungen dient die 5. regionalisierte Bevölkerungsvorausrechnung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz mit dem Basisjahr 2017 und dem Zieljahr 2040. Die Bevölkerungsentwicklung bildet dabei die Basis für weitere Prognosen zur benötigten Infrastruktur in den einzelnen Städten und Kommunen (bis auf Verbandsgemeinde-Ebene).

Ablesbar ist dann beispielsweise für Pirmasens im Detail, dass nach den aktuellen Schätzungen bis 2040 die Zahl der benötigten Grundschulklassen um mehr als zehn sinken wird, während etwa in Ludwigshafen die Zahl der benötigten Pflegeplätze um mehr als 540 steigt und der Einzelhandel voraussichtlich 15 zusätzliche Discountmärkte oder sechs großflächige Lebensmittelmärkte benötigt. Solche Zahlen dürften in allererster Linie für die Verwaltungen und die politisch Verantwortlichen vor Ort von Interesse sein.

Die Prognosen lassen eine Tendenz erkennen

Weitaus wichtiger sind aus Sicht der Eigentümer und Vermieter andere Zahlen – allen voran die Bevölkerungsentwicklung. Zwar handelt es sich nur um Prognosen. Diese können jüngste Entwicklungen wie die Auswirkungen der Corona-Pandemie (die Vorausberechnung arbeitet anhand der Zahlen von 2017) ebenso wenig einkalkulieren wie künftige Sonderfaktoren. So könnte sich beispielsweise eine besonders gute oder schlechte Stadtentwicklungspolitik auf die Einwohnerzahl auswirken. „Aber die Schätzungen lassen zumindest eine Tendenz erkennen. Sie könnte als Entscheidungshilfe dienen bei der Frage, ob sich eine größere Investition rechnet oder wie sinnvoll der Kauf oder Verkauf einer Immobilie in einer bestimmten Kommune ist“, betont Ralf Schönfeld, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland-Pfalz.

Ludwigshafen ist unter den Gewinnern

Zu den großen Gewinnern werden nach den Ergebnissen des Rechners unter anderem die kreisfreien Städte Ludwigshafen, Worms und Frankenthal sowie Schifferstadt und die Verbandsgemeinden Bodenheim und Offenbach an der Queich gehören. Die größten Bevölkerungsverluste stehen dagegen bei den kreisfreien Städten für Pirmasens, Zweibrücken und Kaiserslautern zu befürchten. Gleiches gilt für die Verbandsgemeinden Baumholder, Herrstein-Rhaunen und Lauterecken-Wolfstein.

Neben der reinen Bevölkerungsentwicklung können Eigentümer erfahren, wie viel (zusätzliche oder umgebaute) Wohnungen mit seniorengerechter Ausstattung bis zum Jahr 2040 vermutlich vor Ort benötigt werden. „Ein entsprechender Umbau könnte sich auch in Städten und Gemeinden mit vorhergesagtem Bevölkerungsrückgang als gutes Argument auf dem Wohnungsmarkt erweisen, wenn die Nachfrage nach solchen Wohnungen stark steigt“, ist Schönfeld überzeugt.

Von hohem Interesse dürfte seiner Einschätzung nach auch die Vorhersage des Rechners für die Rubrik „Arbeit“ sein. Sie gibt an, wie sich die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (am Wohnort) entwickelt.

Informationen für Ihre Kommune:

Eine Auswahl der Schätzungen des Leerstandsrisiko-Rechners zur Bevölkerungsentwicklung

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Dieser Artikel stammt aus dem digitalen Info-Service von Haus & Grund Rheinland-Pfalz (Ausgabe April 2021 vom 23. April 2021). Melden Sie sich jetzt an für diesen kostenlosen Service des Landesverbands:

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