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Gemeinsam stärker mit Standortgemeinschaften
Gute Wohnlage? Lebendige Geschäftsstraße? Entscheidend für die wirtschaftliche Verwertbarkeit von Immobilien ist das unmittelbare Umfeld. Doch angesichts des strukturellen Wandels in vielen Städten und Gemeinden und bei leeren kommunalen Haushaltskassen sind Eigentümer oft auf sich allein gestellt. Das muss sich dringend ändern.
Von Ass. jur. Manfred Leyendecker
Schon der große altrömische Anwalt, Philosoph und Politiker, Marcus Tullius Cicero ( 106 bis 43 v. Chr.) wusste: Ubi bene, ibi patria – wo immer es mir gut geht, dort ist meine Heimat. Diese Erkenntnis gilt vornehmlich auch für unseren eigenen Wohnbereich. Längst ist bekannt, dass der Wert einer Immobilie nicht nur von der individuellen Objekt- und Lagequalität abhängt. Vielmehr beeinflussen auch die Attraktivität der Nachbargebäude, das unmittelbare Wohnumfeld sowie die Qualität des öffentlichen Raums die Vermietbarkeit und den Verkaufspreis einer Liegenschaft.
Diese Entwicklungspotentiale für den Wert einer Immobilie lassen sich durch den einzelnen Eigentümer nicht ohne Weiteres beeinflussen. Doch lassen sich viele Probleme im Quartier durch gemeinsame oder zumindest aufeinander abgestimmte Maßnahmen und Investitionen lösen. Dazu zählen beispielsweise das negative Image eines Stadtteils, verwahrloste Schlüsselimmobilien in zentraler Lage oder ungeordnete Block-Innenbereiche. Eigentümerstandortgemeinschaften, der freiwillige Zusammenschluss von Eigentümern benachbarter Immobilien mit dem Ziel, durch gemeinsame Aktionen die Verwertungschancen ihrer Objekte zu verbessern, sind immer mehr im Kommen. Denn sie bilden ein neues Instrument der Stadtentwicklung. Von ihren Leistungen kann die gesamte Gesellschaft profitieren.
Wo es um so viel Gestaltungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten geht, darf Haus & Grund nicht abseits stehen. Längst hat auch die hohe Politik ausgemacht, dass Haus & Grund ein wichtiger Partner in der Quartiersentwicklung mit privaten Immobilieneigentümern ist. Denn Haus & Grund ist ein langjähriger und überaus vertrauenswürdiger Ansprechpartner für die Immobilieneigentümer, speziell für seine Mitglieder. Andererseits sind die Haus & Grund Ortsvereine für die Kommunen ein zuverlässiger Kooperationspartner bei allen Fragen zur Stadt- und Quartiersentwicklung. Dieses weite Feld darf nicht ungenutzt bleiben.
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung zwischen Anfang 2009 und Ende 2011 ein Forschungsfeld ins Leben gerufen, das die Bezeichnung „Eigentümerstandortgemeinschaften im Stadtumbau“ trägt. In 15 Modellvorhaben wurden die verschiedenen Formen und Arbeitsweisen von Eigentümerstandortgemeinschaften untersucht. Unser Landesverband war an verschiedenen Veranstaltungen beteiligt. Zugunsten seiner Mitglieder wird er sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Vitalisierung und Verschönerung unserer Lebensumfelder in Städten und Gemeinden stetig vorangeht.
Förderung des ländlichen Raums und der gewachsenen Zentren
Die ländlichen Räume sind bereits heute von einem starken strukturellen Wandel erfasst. Hierzu zählen nicht nur der demographische Wandel, sondern sich auch veränderte Familien- und Versorgungsstrukturen, die oft mit weniger Arbeitsplätzen am Wohnort einhergehen. Nach Auffassung unseres Landesverbandes müssen auch in Zukunft unsere Dörfer und kleinen Städte als attraktive Wohn-, Arbeits- und Lebensstandorte erhalten bleiben. Ohne weitere staatliche Förderprogramme wird dies wohl nicht möglich sein. Zu plädieren ist unter anderem für eine Art „Flächenrecycling“, wobei der Entwicklung in den Orts- und Stadtkernen grundsätzlich eine zentrale Planungsprämisse vor der Entwicklung weiterer Neubaugebiete im Außenbereich zukommen sollte.








Das private Eigentum verbindet weltweit. Wir helfen beim Bau von menschenwürdigen Häusern für arme Familien in Quito.