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Wasserwandern auf der Lahn

Bad Ems

Das untere Lahntal, wo sich die Bundeswasserstraße durch das Schiefergebirge schlängelt, ist immer eine Reise wert. An warmen Tagen lohnt sich eine erfrischende „Wanderung“ der ganz besonderen Art – mit Floß, Kajak, Drachenboot, Yacht oder Linienschiff können Unternehmungslustige die Gegend gemütlich zu Wasser erkunden.

Von Anika Lautz

Die Lahn ist längst kein Geheimtipp mehr, wenn es um erholsame Ausflüge geht. Das Städtchen Bad Ems zum Beispiel war schon im 19. Jahrhundert wegen seiner Heilquellen Ziel von Prominenten aus ganz Europa. So kamen beispielsweise Richard Wagner, Dostojewski, der russische Zar Alexander II. und Kaiser Wilhelm I. in den Ort, um nur einige der bedeutenden Kurgäste aufzuzählen.
Doch von Diez bis Lahnstein gibt es noch viel mehr zu sehen: zahlreiche Schlösser und Burgen, alte Fachwerkhäuser, Wehre und Brücken und natürlich kleine verträumte Städte und Dörfer. Einen ganz anderen Blick auf die Sehenswürdigkeiten bekommen Ausflügler jedoch vom Wasser aus.

 

DiezWasserwandern ist etwas für Paddelneulinge und alte Hasen
Wer es gemütlich mag, nimmt einfach auf dem Deck eines Ausflugsschiffs Platz und genießt den Ausblick auf die Umgebung bei einer Rundfahrt. Erfahrene Kapitäne können auch auf einer gemieteten Yacht oder dem eigenen Bötchen die Natur erleben. Noch naturverbundener sind diejenigen, die auf eigene Muskelkraft setzen: Eine Wasserwanderung mit Kanu, Kajak oder Drachenboot bieten verschiedene Bootsverleiher an. Offizielle Ein- und Ausstiegsstellen gibt es in regelmäßigen Abständen – in Diez, Laurenburg, Oberhof, Nassau, Bad Ems und Niederlahnstein erreichen Paddler wieder trockenen Boden. Je nach Lust und Laune können also sowohl lange als auch kurze Touren auf dem Wasser zurückgelegt werden. Eine Einweisung in die Grundtechniken des Kanufahrens, der Flussbeschilderung und des Naturschutzes ist bei den Anbietern in der Regel inklusive. Und auf Wunsch begleitet ein erfahrener Kanuführer die Paddeltour.

Ob mit eigener Muskelkraft oder motorisiert – vor, während oder nach der Wasserwanderung bieten sich zahlreiche Besichtigungs- und Erlebnismöglichkeiten. So ist die historische Lahnfront von Dausenau zwischen Nassau und Bad Ems auf jeden Fall eine verlangsamte Fahrt wert. Der Kurort Bad Ems zeigt sich von der Wasserseite aus herrschaftlich. Dort fährt man an „Klein Nizza“ vorbei, wie die Bad Emser die im Sommer palmengeschmückte Sonnenseite vor ihrem Kursaalgebäude an der Lahn nennen – genau dort haben sich einst Kaiser, Zaren, Könige und berühmte Künstler erholt. Und wer bis Lahnstein paddelt, kann sich eines der ältesten Wasserkraftwerke Deutschlands anschauen (sh. Kasten). Schon seit 1907 nutzt es die Wasserkraft der Lahn zur Stromerzeugung. Die originalen Drehstromgeneratoren und die Turbinen von 1937 befinden sich noch heute in Betrieb.


Infos:

  • Über Bootstouren und Kanuverleihstationen gibt der Lahntal Tourismus Verband e.V. Auskunft. Dort ist auch ein Info-Flyer für Wasserwanderer erhältlich:
    Telefon: 0 70 00 / 5 24 68 25
    E-Mail: info@daslahntal.de
    www.daslahntal.de
  • Bei Hochwasser (über 360 cm) darf die Lahn nicht befahren werden. Über das Pegeltelefon Kalkofen erfahren Kanuten den aktuellen Wasserstand:
    0 64 39 / 1 94 29.
  • Wer sich das Wasserkraftwerk in Lahnstein anschauen möchte, kann den Tag der offenen Tür nutzen: Jeden Dienstag von 14 bis 18 Uhr sind Besucher willkommen. Der Eintritt ist frei.

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