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Das Rheintal zu Füßen und internationale Gäste im Bett

Burg Stahleck

Atemberaubender Ausblick über das Rheintal mit seinen malerischen Dörfern und Rebhängen, Ausgangspunkt für viele Wanderwege und die Gelegenheit, im historischen Burghof junge Menschen aus fast aller Herren Länder kennen zu lernen: Burg Stahleck bei Bacharach ist zu jeder Jahreszeit ein interessantes Ausflugsziel.

Von Benjamin Nelles

Auch wenn so mancher geschichtsbewusste Besucher (und erst recht so mancher junger Gast aus Übersee) etwas

enttäuscht sein dürfte: Die Gemäuer von Burg Stahleck sind keinesfalls so alt, wie es auf den Postkartenmotiven den Eindruck macht. Erst Mitte der 1920er Jahre nämlich wurde damit begonnen, die einst von den Truppen Ludwigs XIV. in Schutt und Asche gelegte Burgruine wieder aufzubauen.

Der „Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz“ (ja, so etwas gab es damals schon!) hatte die Anlage von der preußischen Domänenverwaltung erworben und baute nun Burg Stahleck über mehrere Jahre hinweg zu einer „Jugendburg“ aus, in der sich junge Menschen aus der Wandervogel- und Pfadfinderbewegung ein friedlich-freigeistiges Stelldichein geben sollten. Ein Gedanke, dem die Burg bis heute fest verbunden blieb – als Jugendherberge, in der Schulklassen aus dem Ruhrgebiet ebenso Einkehr halten wie junge Rucksacktouristen aus USA, Australien oder Südostasien.

Früher Streitobjekt, heutzutage Ausgangspunkt für Wanderungen
Auch wenn das Innere der Gebäude den Jugendherbergs-Gästen vorbehalten bleibt: Wer durchs Burgtor schreitet und sich auf der großen Aussichtsterrasse (beispielsweise) zu einem Glas Riesling niederlässt, dem öffnet sich ein atemberaubender Blick über das Obere Mittelrheintal, das gerade an dieser Stelle kaum einen Zweifel aufkommen lässt, warum es 2002 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde.
Von hier aus kann man sich leicht vorstellen, weshalb Burg Stahleck über viele Jahrhunderte hinweg immer wieder Streitobjekt der mittelalterlichen Militärstrategen war. Kölner Erzbischöfe, staufische Pfalzgrafen, Ritter mehr oder weniger trauriger Gestalt, aber auch Spanier, Schweden und Franzosen, Wittelsbacher und selbst Preußen hissten hier ihre Fahnen.

Der Weg zur Burg gestaltet sich da heutzutage durchaus angenehmer – erst recht vom nur 500 Meter entfernt gelegenen Parkplatz. Wer Burg Stahleck zu Fuß erobern möchte, beginnt unten im Tal im malerischen Stadtkern von Bacharach und folgt dem abwechslungsreichen Serpentinenweg mit Ruheplätzen und diversen Aussichtspunkten. Daneben ist die Burgterrasse aber auch feste Einkehr-Station auf vielen Wanderwegen in der Region.


Infos:
Der Eintritt auf Burg Stahleck ist für alle Besucher frei (sofern das Burgtor offen steht). Eine Besichtigung der Innenräume ist jedoch nicht möglich, da diese als Jugendherberge genutzt werden.
Weitere Informationen zur Burg und zur näheren Umgebung gibt es beim Rhein-Nahe Touristik e.V. Bacharach unter 0 67 43 / 9 19 30 3 oder im Internet auf www.rhein-nahe-touristik.de. Hier sind auch weiterführende Tipps und Routenvorschläge für Radfahrer und Wanderer zu finden.

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